Montag, 19. Februar 2018

USA Südwest 7: Felsnadeln und Farben im Canyonlands National Park

Am Ende unserer dreiwöchigen USA-Reise, widmeten wir uns nicht nur dem Arches, sondern auch dem Canyonlands National Park. Hier gab es noch einmal richtig viele Naturschönheiten zu bewundern und wir liessen es uns nicht nehmen, im Park zu wandern und die schönsten Plätze während der Morgen- oder Abendstimmung aufzusuchen. Knapp ausserhalb der Parkgrenzen liegt der Dead Horse Point State Park. Auch dieses prächtige Gebiet, welches sehr stark dem Grand Canyon gleicht, haben wir aufgesucht. Dazu diese Schilderung: 

"Auch am nächsten Morgen gibt es wieder eine frühe Tagwache für uns. Wir wollen diesmal den Tag am Dead Horse Point begrüssen. Dies ist ein phantastischer Aussichtspunkt im gleichnamigen State Park, mit Blick auf den elegant geschwungenen, ruhig fliessenden Colorado River. Der Himmel präsentiert sich heute wolkenlos, aber das Licht ist schon in der blauen Stunde sehr speziell. Die Temperaturen sind angenehm. Staunend begrüssen wir nach einiger Wartezeit die Sonne und sind verwundert, wie schnell diese den prächtigen Canyon auszuleuchten beginnt. Und wieder kommt dieses Gefühl in uns auf, als befänden wir uns auf einem anderen Planeten. Mutter Erde bietet uns so viel Abwechslung und Schönheit, dass man sich manchmal ganz klein vorkommt und demütig wird!" Dazugehöriges Bild, siehe unten!

Aber auch die Erlebnisse im Canyonlands National Park sind unvergesslich. Eine der wohl schönsten Wanderungen bedingt zuerst einmal eine sehr lange Anfahrt von Moab. Über 120km sind zu bewältigen. Mit dieser Fahrt erreichten wir jedoch den sehr abgelegenen Needles District des Canyonlands National Parks. Hier wollten wir den Chesler Park Trail erwandern, welcher sich über ungefähr 15km erstreckt und sich durch die eindrucksvollen Canyons und Felsnadeln schlängelt (siehe Wanderbeschrieb unten). Am Abend liessen wir uns hier zudem noch einmal einnachten.

Die Wanderung war von Beginn an sehr abwechslungsreich und spektakulär. Wir mussten wiederum alle paar Meter stehen bleiben und die Schönheit der Farben und Formen bewundern. Auch hier begegneten wir den ganzen Tag hindurch vielleicht nur gerade einer handvoll anderen Wanderern. Nach zwei Stunden über Stock und Stein, erreichten wir ein kleines Pässchen mit einer unglaublich schönen Aussicht. Ein gutes Plätzchen für eine kleine Pause. Nun überblickten wir dieses Gebiet voller Felsnadeln und erkannten, warum dieser Teil des Canyonlands National Park diesen Namen erhalten hat. Was für eine Pracht!


Im südlichen Bereich des Chesler Park Trails führte uns der Weg hinein, in einem schmalen, vom Wasser über die Jahrtausende hin ausgefressenen Slot Canyon. Zeitweise mussten wir uns sogar seitwärts bewegen, um zwischen den meterhohen Felswänden hindurch zu kommen. In der Mitte waren auch noch einfache Holzleitern zu überwinden. Der Himmel war weit oben nur noch als gleissend helle Ritze zu erkennen und es war angenehm kühl hier unten. Dann erreichten wir plötzlich eine riesige, kathedralenähnliche Ausbuchtung, in welcher sich das Licht wunderbar reflektierte. Unglaublich, diese Farben und Formen. Einige Besucher hatten hier unten Steinmännchen gebaut. Es herrschte eine ergreifende Stimmung.

Nach einer langen, schweissgeprägten Wanderung über Stock und Stein, durch Canyons, tiefen Sand und vorbei an bizarren Felsnadeln, fanden wir im letzten Sonnenlicht endlich ein schönes, malerisches Plätzchen für die Abendstimmung. Hier kam unserer Meinung nach der Charakter des Needles District im Canyonlands National Park am besten zur Geltung. Deutlich auch die klar getrennten, verschiedenen Farben der Felsen. Etwas oberhalb des Wanderweges fanden wir einen in den weissen Bereich hinuntergekullerten, roten Felsbrocken. Was für ein Motiv! Noch ein letztes Mal winkte uns ein junges Wandererpaar zu und von da an waren wir mutterseelenalleine im Gebiet. Die Sonne war mittlerweile untergegangen. Es herrschte eine wohltuende Stille und kein Lüftlein wehte. Langsam stieg im Osten, hinter den La Sal Mountains, der Erdschatten deutlich abzeichnend, blau empor. Diese Weite, die Einsamkeit, die klare Luft und die Stille taten uns gut. Wir genossen die Stimmung in vollen Zügen, saugten sie auf und versuchten sie für die kommenden Wochen, wenn der Arbeitsalltag uns wieder im Griff haben würde, zu speichern.

Erst als es finster wurde, packen wir unsere sieben Sachen zusammen und wanderten gemütlich, unter dem glitzernden Sternenhimmel, zurück zum Auto. Danach erwartete uns noch die Rückfahrt nach Moab, über 120km. Im Hotel liessen wir es uns nach diesem anstrengenden, unvergesslichen Tag nicht nehmen, noch einmal in den heissen Whirlpool zu steigen. Welch' ein Genuss!


Am letzten Abend beschlossen wir, noch einmal in den Canyonlands National Park zu fahren. Im Norden hatte sich eine ziemlich dichte Wolkendecke ausgebreitet. Wie wir in den Park fuhren, folgte uns diese Decke langsam und positionierte sich genau zum Sonnenuntergang an der Stelle, welche optimal ins Motiv passte. Im Westen blieb, wie so oft, ein kleines Fensterchen frei, sodass der Himmel über den imposanten Felslandschaften noch einmal zu glühen begann. Völlig aus dem Häuschen genossen wir dieses einmalige Spektakel und bedankten uns bei Mutter Natur für all die genialen Erlebnisse während den drei USA-Wochen. Es hat einfach überall wo wir hinkamen alles gepasst, wie nach einem sorgfältig geplanten Drehbuch. Manchmal war's beinahe kaum zu Glauben.

Nach all diesen tollen Erlebnissen freuten wir uns sehr auf die Rückkehr in unsere Heimat, die Schweiz. Wir wünschten uns sehnlichst Regen, denn unsere Schleimhäute und die Haut generell waren total ausgetrocknet und schmerzten. Nach beinahe 24 Stunden unterwegs, erwartete uns in Zürich-Kloten wie durch ein Wunder der gewünschte Regen und wir atmeten auf, dankbar dafür, so etwas Schönes erlebt haben zu dürfen.


TOURDATEN (Chesler Park und Loop Trail)
Aufstieg: ca. 300m
Abstieg: ca. 200m
Strecke: 15.0 km
Reine Wanderzeit: 4.0 h
Start- und Endpunkt: Devils Kitchen Parkplatz

Tiefster Punkt: keine Angaben
Höchster Punkt: keine Angaben
Schwierigkeit: T2
National Geographic Karte: 1:70'000, Blatt 210, Canyonlands
Beste Wanderzeit: April-Juni / September-Oktober
Unser Tourdatum: 26.10.2017
Besonderes: Die gut ausgeschilderte, jedoch oft an- und absteigende Strecke ist nicht zu unterschätzen. Es gibt unterwegs keine Verpflegungs- oder Abkürzungsmöglichkeiten und in der hiesigen Halbwüste kann es auch im Frühling oder Herbst sehr heiss werden. Wer noch mehr sehen möchte, kann noch den Druid Arch besuchen, mit zusätzlichen rund 12 Streckenkilometern.
















Samstag, 3. Februar 2018

USA Südwest 6: Kurven und Bögen im Arches National Park

Auf der ersten Reise in die USA, im Jahr 1996, wer er Stefs Lieblingspark: der Archers National Park mit seinen imposanten, eleganten und fragilen Gesteinsformationen. Im Oktober 2017 gab's im Park ein Wiedersehen und die Landschaft hat sich uns von ihrer schönsten Seite gezeigt.

Da man am Samstag, trotz den nächtlichen Bauarbeiten, länger im Park bleiben durfte, hatten wir ganz viel Zeit und planten, den Abend am berühmten Delicate Arch zu verbringen. Zu unserer Freude war mittlerweile auch die Windows-Section wieder für Besucher geöffnet und so vertraten wir uns beim North- und South Window ein Wenig die Füsse. Es ist schon absolut beeindruckend, was die Erosion in diesem einzigartigen Park zustande gebracht hat. Wir geniessen es in vollen Zügen, wieder hier sein zu dürfen und freuten uns auf den bevorstehenden Abend. Ob es wohl viele Leute beim Delicate Arch haben würde?

Ganz leicht mit Schnee angezuckert präsentieren sich die La Sal Mountains hinter dem eleganten Bogen. Wie vermutet, scharte sich eine Hundertschaft von Besuchern um dieses einzigartige Monument. Keine Chance, den eleganten Bogen ohne irgendwelche "Töggeli" in seiner Mitte zu erwischen.

Erst nach Sonnenuntergang löste sich die unsägliche Kolonne von "Selfiewütigen" langsam auf und hatten wir eine Chance auf ein Querformatbild. Zuvor mussten wir im Hochformat immer wieder schnell abdrücken, während einer dem anderen sein Handy in die Finger gedrückt hatte.

Die Schar der Naturfotografen auf unserer Seite musste sich lange gedulden und schickte einige, hier besser zensierte, Flüche hinüber in Richtung Steinbogen, doch genützt hatte es leider nichts. Es schien, als müsste wohl jeder Mensch auf dieser Erde mindestens einmal dort drüben gestanden sein um sich selbst mit einem breiten Smile vor dem Delicate Arch abgelichtet zu haben. Was für ein Affentheater, welches eigentlich sehr amüsant wäre, wenn man diese Naturschönheit nicht gerne ohne menschliche Störung fotografieren möchte. Sogar einen Heiratsantrag konnten wir von gegenüber mitverfolgen. Die Menge klatschte und pfiff begeistert...


Zu unserem Erstaunen harrten die vielen Besucher des Delicate Arch auch nach Sonnenuntergang aus. Eine Schar Studenten stellte sich immer wieder mit Lampen in den Bogen und wir mussten warten. Langsam begannen am Himmel die ersten Sterne zu funkeln, und wir verschoben uns auch näher zum Felsbogen. Erst da stellten wir fest, dass einer der Fotografen eine ganz schwache, von blossen Augen kaum erkennbare, Beleuchtung unter den Bogen installiert hatte. Als sich die Milchstrasse immer stärker am Nachthimmel abzuzeichnen begann, erlebten wir eine einzigartige Stimmung. Nun hiess es bloss noch zu warten, bis kein Flugzeug mehr seine Streifen ans Firmament zeichnete und alle Studenten sich zurückgezogen hatten, danach war das Motiv perfekt. Voller Freude dokumentierten wir zusammen mit zwei Dutzend anderen Fotografen diese spektakuläre Szenerie, bevor wir uns gegen Mitternacht langsam wieder in Richtung Auto aufmachten. 

Am nächsten Tag widmeten wir uns eingehend dem Devils Garden, im Arches National Park. Da gibt es eine wunderschöne Wanderung, welche noch mit einem "Primitive Loop" ergänzt werden kann (siehe Wanderbeschrieb, unten). Im hinteren Bereich dieses abwechslungsreichen Gebietes, findet sich der imposante "Double-O-Arch", mit seinen zwei kugelrunden Felsöffnungen.

Als wir am Abend beim Balanced Rock (Arches National Park) ankamen, schwand unsere Hoffnung. Dichte Schleierwolken schoben sich langsam gegen Westen über den Himmel. Sie verdeckten die bereits tief stehende Sonne und warfen ein fahles Licht auf die imposante Sandsteinlandschaft. Ojeh! Ganz am Horizont blieb jedoch ein kleines Fensterchen frei, auf welches wir hofften. Im Wissen, dass wir den Park aufgrund von nächtlichen Strassenbauarbeiten bereits um 19:00 Uhr verlassen haben mussten, waren wir doch ein Wenig nervös. Kurz bevor die Sonne den Horizont erreichte (18:20 Uhr), warf sie ein intensives Abendlicht auf die prächtige Gesteinsformation dieses balancierenden Felsens. Der rote Sandstein begann noch intensiver zu leuchten als sonst schon. Wir waren völlig aus dem Häuschen und fotografierten voller Begeisterung. Uns zur Krönung wurden später auch noch die Schleierwolken knallrot, sodass die ganze Landschaft nur noch rot leuchtete. Danach hiess es aber schnell zusammenpacken und um punkt 19:00 Uhr verliessen wir den Park beim Visitor Center.

Den letzten Tag unserer USA-Reise wollten wir noch mit einer kleineren Wanderung geniessen. Dafür hatten wir das eher unberührte Klondike Bluffs-Gebiet ausgewählt. Am Anfang waren wir hier noch ganz alleine unterwegs, während sich am Himmel wunderschöne, elegante "Fotografenwölklein" abzeichneten. Die Gesteinsformationen mit ihrem dunklen Orange waren einfach umwerfend schön. Dazu fanden wir sogar noch einige kleine Büschlein, in leuchtendgelbem Herbstkleid.

Ziel dieses Ausfluges war der etwas verborgene, jedoch mächtige Tower Arch. Wir liessen uns unterwegs viel Zeit, setzten uns immer wieder hin und bestaunten die prächtige Landschaft. Ganz winzig klein wirkte Sandra schliesslich unter dem mächtigen Felsbogen.


Es folgen nun noch unsere Erlebnisse aus dem Canyonlands National Park...

TOURDATEN (Devils Garden primitive Loop)
Aufstieg: ca. 200m
Abstieg: ca. 200m
Strecke: 8.0 km
Reine Wanderzeit: 2.5 h
Start- und Endpunkt: Devils Garden Parkplatz

Tiefster Punkt: keine Angaben
Höchster Punkt: keine Angaben
Schwierigkeit: T1
National Geographic Karte: 1:35'000, Blatt 211, Arches National Park
Beste Wanderzeit: April-Juni / September-Oktober
Unser Tourdatum: 23.10.2017
Besonderes: Im Sommer wird es in diesem Halbwüstengebiet sehr heiss. Eine Wanderung kann zur Qual werden. Unterwegs gibt es keine Verpflegungsmöglichkeiten, die Wege sind jedoch sauber ausgeschildert.
















Montag, 22. Januar 2018

USA Südwest 5: Stürmische Zeiten im Monument Valley

Während momentan die Nationalparks in den USA aufgrund des "Govermental Shutdowns" (Regierung hat kein Geld mehr) heruntergefahren werden, blicken wir dankbar auf die Momente, letzten Herbst im Südwesten zurück. Nicht betroffen von diesem Shutdown sind übrigens die zahlreichen State Parks und auch der Navajo Tribal Park (Monument Valley).

Ja, das Monument Valley. Hin und her gerissen, waren wir bei diesem Park. Man sagte uns, alles laufe dort nur auf Indianerabzocke heraus, die Angestellten seien unfreundlich und die Touristenmassen gewaltig. Einmal mehr war es wichtig, uns selbst einen Überblick zu verschaffen und wir hatten nicht das Gefühl, abgezockt zu werden und aufgrund der stürmischen Zeiten, welche wir dort erlebten, waren auch die Touristenströme absolut überschaubar. Am weltweit bekannten Aussichtspunkt standen wir sogar beinahe alleine in der schönsten Abendstimmung. Zudem ist das Verhalten der Menschen wohl so, wie man in den Wald ruft: wir erlebten durchwegs sehr positive Kontakte.

Die Sonne stand bereits tief über der westlichen Hochebene und hübsche Wolken verzierten den Himmel, als wir gegen Abend ankamen. Ganz weit hinten am Horizont, war sogar noch ein kleiner Regenbogen auszumachen. Wir suchten uns ein Plätzchen, ohne die berühmten, selfieprädestinierten "Vordergrundfelsen" und werden etwas weiter, linkerhand fündig. Hier stellten wir nun unsere Stative so auf, dass die Piste unterhalb etwas verdeckt wurde und genossen eine grandiose Abendstimmung. Im Westen wurden die Wolken jedoch immer dichter und deutlich sichtbare Gewiterregenschauer gingen, begleitet von einigen Blitzen, nieder. Wohl weil die Temperaturen schon recht kühl geworden waren, genossen wir den Abend praktisch alleine.

In der Dämmerung fuhren wir etwas später wieder zurück zu unserem Hotel in Kayenta. Die Wetterlage mit den Gewitterzellen war absolut eindrücklich. 


Als wir am Tag danach Navajo Tribal Park ankamen, blies uns ein stürmischer Wind entgegen. Die ganze Luft schien geradezu erfüllt von rotem Sand. Es herrschte eine eindrückliche Stimmung und wir beschlossen, den Parkloop mit dem Auto zu fahren. Unterwegs hielten wir immer wieder an, bewunderten die markanten Felsformationen, lauschten dem Rauschen des Windes und versuchten, die stürmische Stimmung mit unseren Kameras festzuhalten, ohne die Geräte zu stark dem feinen Wüstensand auszusetzen. Gar kein einfaches Unterfangen, im wilden Westen. Die typische Landschaft des Monument Valleys hat wirklich alle möglichen Überraschungen zu bieten. Im Verlaufe des Tages wurde der stürmische Wind zusehends stärker und die Stimmung damit immer geheimnisvoller. Immer wieder stellten wir aus und bestaunen, wie die Böen in hoher Geschwindigkeit über die Ebenen brausten und dabei den Sand meterhoch aufwirbelten. Die ganze Landschaft wurde dabei jeweils in einen roten Vorhang gehüllt. Alles schien zu verschwimmen.

Wir liessen es uns nicht nehmen, diese eindrückliche Stimmung mit unseren Kameras festzuhalten, im Bewusstsein, dass diese dann am Abend eine ganz gründliche Reinigung benötigten.


Auch am zweiten Abend zeigte sich uns das Monument Valley von seiner allerschönsten Seite. Noch einmal suchten wir unser gestriges Plätzchen auf und warteten im stürmischen Wind auf das glühende Spektakel. Zu unserem Glück hatten die Wolken im Westen auch diesmal wieder eine kleine Himmelsspalte offen gelassen, durch welche die untergehende Sonne ein einzigartiges Licht auf die felsigen Monumente zauberte. Der Himmel voller aufgewirbeltem Sand, tat wohl das Seine dazu. Und die Selfietouristen scheuten wohl dieses Wüstenfeeling...

Über's Ganze gesehen, ein wirklich sehr schöner Park, typisch USA halt, aber mit der eigenen, positiven Einstellung durchaus toll zu erleben. Nur schade, dass man darin nicht viele Wandermöglichkeiten hat (ausser dem Wildcat Trail, Beschrieb unten), oder man schliesst sich einer geführten Tour an.

TOURDATEN (Wildcat Trail)
Aufstieg: ca. 150m
Abstieg: ca. 150m
Strecke: 5.3 km
Reine Wanderzeit: 2.0 h
Start- und Endpunkt: Monument Valley Visitor Center

Tiefster Punkt: keine Angaben
Höchster Punkt: keine Angaben
Schwierigkeit: T1
National Geographic Karte: keine
Beste Wanderzeit: Juni-Oktober
Unser Tourdatum: -
Besonderes: Achtung, der Weg führt oftmals durch Sand, was das Vorwärtskommen etwas erschwert. Im Navajo Tribal Park dürfen sonst auf eigene Faust keine anderen Wanderungen unternommen werden!















USA Südwest 4: Die Schönheit der Vermilion Cliffs

Nach den Abenteuern in den Coyote Buttes hatten wir genügend Zeit um uns den Vermilien Cliffs und dem Grand Staircaise Escalante National Monument zu widmen. Dieses riesige Gebiet birgt ungalubliche Naturschönheiten und teils bizarre Felsformationen in allen Farben. Unser Ausgangspunkt dafür war die Ortschaft Page, auf Boden des BUndesstaates Arizona. Die meisten Naturschönheiten besuchten wir jedoch auf der anderen Seite des Glen Dams, in Utah. Nachfolgend eine Zusammenfassung unserer schönsten Ausflüge.

Im genialen Buch, Photographing the Southwest, Southern Utah, von Laurent Martrès, welches wir zum Glück schon ganz am Anfang der Reise gekauft hatten, fanden wir immer wieder etwas unbekanntere Naturschönheiten. So besuchten wir beispielsweise die Lower Hackberry Narrows, an der Cottonwood Road. Es handelt sich dabei um einen kleinen Canyon, welchen man mit zahlreichen, einfachen Bachquerungen "bewandern" kann. Hier fanden wir prächtige, rote Felswände, dekoriert von herbstlich leuchtenden Cottonwood Trees.

Ebenfalls auf unserer Wunschliste, stand der markante Toadstool Hoodoo, oder wie wir ihn mit seinem Hut gerne nennen: "Lucky Luke". An diesem Abend zeichneten sich dünne Schleierwolken auf den Himmel. Als wir im Gebiet ankamen, stand die Sonne bereits tief über dem Horizont. Natürlich fiel uns sofort die filigrane Gestalt des Toadstool Hoodoos (Giftpilz) auf, aber es fanden sich hier auch noch zahlreiche andere, nicht weniger interessante, steinerne "Pilzchen". Wir sahen uns ein Wenig um, bevor wir uns dann zum Sonnenuntergang vor der Hauptsehenswürdigkeit niederliessen. Dabei hatten wir einmal mehr Glück, denn die Sonne rutschte dem westlich gelegenen Hügel zu dieser Jahreszeit regelrecht den Buckel hinunter, sodass der Hoodoo scheinbar ewig lange am immer glühender werdenden Sonnenlicht lag. Wir können uns kaum vorstellen, wie viel Zeit die Entstehung eines solchen Gebildes benötigt und dass sich dieser schwere Felsbrocken da oben überhaupt noch halten kann. Ein weiteres Wunder der Natur, im Südwesten der USA.

Eine weitere Location fanden wir eigentlich nur dank den Satellitenbildern von Google Maps. Schon Zuhause bewunderten wir die prächtigen, deutlich zeichnenden Farben der hügeligen Landschaft im Paria Valley. Nach den Ansichten von oben, waren wir also gespannt auf die Realität. Der Himmel war an diesem Tag bewölkt, was uns für dieses Motiv gar nicht schlecht erschien. Schon bald entdeckten wir die ersten Streifen am Horizont und kamen ins Staunen. Wie ein Regenbogen ziehen sie sich quer durch die ganze, weite Landschaft, während von oben zwischendurch rötliches Gestein über die Zeichnungen hinunter gerieselt ist. Am Pistenrand und auf einer kleinen Wanderung suchten wir bei den knorrigen Büschchen schöne Herbstmotive für den Vordergrund und wurden wahrhaftig nicht enttäuscht. Manchmal kamen wir uns vor, als befänden wir uns auf einem anderen Planeten.

Am letzten Morgen in den Vermilion Cliffs, waren wir schon sehr früh unterwegs. Ein paar Tropfen Regen fielen vom bewölkten Himmel und wir waren wiederum mutterseelenalleine unterwegs. Die Wanderung zu den weissen Wahweap Hoodoos dauert einige Stunden (Wanderbeschrieb unten). Zirka 14km (retour) sind in einem breiten, trockenen Flusslauf zurückzulegen, dann steht man vor den prächtigen, durch Erosion entstandenen Gebilden. Ehrfürchtig bewunderten wir die blütenweissen Formationen mit ihren aufgesetzten Hütchen und setzten uns nieder. Ringsum fanden wir unzählige andere, filigrane, verschiedenfarbige Hoodoos. Gegen Mittag zeigte sich die Sonne immer häufiger und die restlichen Wolken lösten sich langsam auf. Erst auf dem Rückweg begegneten wir ersten anderen Wanderern. Es herrschte eine wohltuende Stille im trockenen Flusstal.

Gespannt nahmen wir danach den Weg in Richtung Monument Valley für das letzte Drittel unserer Reise in Angriff.

TOURDATEN
Aufstieg: 50m
Abstieg: 50m
Strecke: 14.0 km
Reine Wanderzeit: 3.5 h
Start- und Endpunkt: Parkplatz hinter der Fischzucht von Big Water

Tiefster Punkt: keine Angaben
Höchster Punkt: keine Angaben
Schwierigkeit: T2
National Geographic Karte: 1:75'000, Blatt 859, Paria Canyon, Kanab
Beste Wanderzeit: Juni-Oktober
Unser Tourdatum: 19.10.17
Besonderes: Der nördliche Zugang zu den Wawheap Hoodoswurde vor einiger Zeit gesperrt und sollte nicht mehr befahren werden. Unterwegs befindet sich keine Verpflegungsmöglichkeit. Also genügend Essen und Trinken mitnehmen. Die weissen Hoodoos sind in den Sommermonaten bis ca. 11:00 Uhr von der Sonne beschienen. Bei uns waren die Schatten schon zu gross.